Mittwoch, 4. April 2018

Me Made Mittwoch: in Urlaubskleidung

Ich glaube, dies ist mein erster Me Made Mittwoch-Beitrag direkt aus dem Urlaub. Ich habe Fotos und einen zuverlässigen Internetzugang - Bitteschön:


Zeitig am Morgen des Ostersonntags habe ich noch den neuen Frühjahrsmantel gebraucht, später dann nicht mehr. Es war ein wunderbarer, sonniger Tag in Verona. Dieses Foto ist unverkennbar in der Arena aufgenommen. Ich trage vier selbstgemachte Teile: den neuen Mantel (burdastyle 03-2009-115), einen schmalen Rock aus einem leichten Jeansstoff (hier beschrieben), eine Leinenbluse (hier beschrieben) und den selbstgefärbten Schal (entstanden beim Eco Print-Kurs vor rund einem Jahr).


Viel kann man ja auf diesen Fotos nicht vom Mantel erkennen, deshalb habe ich noch ein etwas aussagekräftigeres Bild von gestern:


Ich fürchte, bei diesem Fotos ging es mir gar nicht vorrangig um den Mantel ... Dass ich in Mailand den Jil Sander Store gefunden habe, fand ich schon sehr passend zu dem Nähprojekt, das ich zuhause zurück gelassen habe.

Die Schnittbesprechung des Mantels folgt, wenn ich wieder zuhause bin. Soviel kann ich schon jetzt sagen: Trenchcoat-Stil, jedoch ohne Koller und einreihig geknöpft, Reverskragen, aufgesetzte Taschen mit Falte und Klappe. Der Mantel war leicht zu nähen und ich kann den Schnitt weiterempfehlen. Vielleicht nähe ich ihn sogar noch einmal aus einem hochwertigeren Stoff und in einer anderen Farbe. Dieser hier füllt jedenfalls bei mir eine Lücke in der Garderobe.

Die vollständige Parade der MMM-Bekleidung aller beteiligten Hobbyschneiderinnen befindet sich heute hier.

Dienstag, 27. März 2018

Jil Sander Sew Along - Teil 4: Finale (Probekleid)

Zum Finaltermin des Jil Sander Sew Alongs habe ich "nur" mein halbernst gemeintes Probekleid fertig bekommen. Nähereien für den bevorstehenden Urlaub und Vorbereitungen für die Reise haben mir nicht genügend Zeit gelassen. Und ausreichend Zeit möchte ich wirklich haben, um das endgültige Kleid, für das ich ein petrolfarbenen Viskosekrepp gefunden habe, zu nähen. Der Zuschnitt und die ersten Nähte habe ich noch vor der Reise geschafft, aber ich habe ja mein tragbares Probekleid aus einem dunkelblauen Halbleinen, das ich heute zeigen kann.



Zu den Fotos muss ich gleich anmerken, dass sie an einem Tag mit miesen Lichtverhältnissen entstanden sind; an den Schönwettertagen hatte ich einfach keine Möglichkeit zu fotografieren.  Deshalb kann man auch kaum Details erkennen und das Kleid sieht schwarz aus - es ist aber dunkelblau. Für das petrolfarbene Kleid werden die Chancen auf gute Bilder steigen - schließlich soll der Frühling kommen.



Die Konstruktion meines blauen Kleids habe ich bereits im Post für den Zwischenbericht beschrieben; daran hat sich nichts geändert. Einen entscheidenden Unterschied wird es zwischen erstem und zweiten Kleid geben: das blaue hat am äußeren Faltenbruch eine zusätzliche Naht, die ich nähen musste, da ich auf halber Strecke den Schnitt noch einmal geändert hatte und das Vorderteil nicht noch einmal zuschneiden wollte. Das zweite Kleid wird nur eine vertikale Naht haben, am hinten liegenden Faltenbruch. Wegen dieser Naht habe ich vorn am "Mittelpunkt" des Kleids mehr Stoff als gut ist.



Man sieht es im Foto: Die vielen Stofflagen und Nähte tragen unschön auf und durch ungünstigen Schattenwurf sieht man es deutlicher als in natura. Ich tröste mich damit, dass das beim zweiten Kleid entfällt.

Habe ich schon erwähnt, dass das zweite Kleid Ärmel haben wird? Ich werde über meinen Schatten springen und Dreiviertel-Ärmel einnähen, obwohl ich die normalerweise nicht so mag, aber hier ist es die Länge, die sich aufdrängt.Und mit Ärmeln ist das Kleid einfach besser tragbar. Ok, genug erzählt von Kleid, das noch gar nicht fertig ist! Dafür noch die Rückseite vom blauen Kleid, wo Nachbesserungsbedarf an der linken Schulter deutlich wird.


Inzwischen habe ich schon einige Berichte von Bloggerinnen über die Jil Sander Ausstellung in Frankfurt gelesen (hier, hier, hier und hier), war aber selbst noch nicht dort. Aber ich denke, dass ich das noch schaffen werde, bevor die Ausstellung Anfang Mai endet.

Da Monika, die Initiatorin des Sew Alongs, ihr Linktool noch eine ganze Weile offen läßt, habe ich die reelle Chance, mein zweites Kleid auch noch bei ihr zu verlinken. Danke, Monika!

Mittwoch, 7. März 2018

Jil Sander Sew Along - Teil 3: Zwischenbericht

Das Jil Sander-Kleid verlangt mir allerhand ab. Das ist mit Sicherheit mein schwierigstes Projekt, das ich jemals angegangen bin und das Konstruieren bereitet mir arg Kopfzerbrechen. Aber ich werde am Ende  ganz viel gelernt haben.

Wer nachlesen möchte, worum es hier geht, schaut in meinen ersten und zweiten Post zu diesem Projekt.

Die Bearbeitung des Halsausschnitts fand ich schwierig. Ich habe am Sonntag jede freie Minute darüber gebrütet und mehrfach ausprobiert und wieder verworfen, aber ich glaube, ich habe es jetzt. Um auch wirklich auf Nummer sicher zu gehen, habe ich ein Probekleid aus einem "richtigen" Stoff begonnen zu nähen. Der endgültige Stoff ist gestern bei mir eingetroffen und ich zeige ihn etwas weiter unten.

Ein Blick auf meine Schnittmuster-Vorderteile verdeutlichen, wie meine Konstruktion jetzt aussieht:

Die Linien und Klebstreifen zeigen die zahlreichen Änderungen.


Der Halsausschnitt am großen Teil wird komplett verstürzt, damit auch die Falte. Auf diese Verarbeitung hat mich letztlich Regina gebracht, die hier detailliert und mit vielen Fotos die Konstruktion ihres Kleides beschrieben hat. Zur Erinnerung: Sie näht das gleiche Kleid wie ich.

Das kleine Vorderteil umfasst den ganzen Halsausschnitt und ist in der Mitte 1,5cm tiefer, damit mittig an der Kante ein Versatz zu sehen ist (wie im Original-Kleid). Die schrägen Kanten im oberen Vorderteil werden zusammengenäht und bilden den hinteren Faltenbruch. Ich werde keine Besätze verwenden, sondern das Kleid komplett mit Futter doppeln; das habe ich mir an dem Kleid, dessen Schnitt ich hier als Basis verwende (burdastyle 02-2012-110 mit Link zu meiner Schnittbesprechung) abgeguckt. Das Futter wird keine Falten haben; den Rockteil stelle ich soweit aus, dass ich die nötige Weite erhalte.

Ich hatte ja schon angedeutet, dass ich das Rückenteil nicht nach dem Jil Sander-Vorbild nähen will. Ich glaube, diese ungewöhnliche Linienführung hätte ich nicht hinbekommen. Da die Rückenteile meines Basis-Kleids gut passen, werde ich einfach in die linke Längsnaht einen Zipper einsetzen und fertig.

Meine Nähfreundin Roswitha hat mir gestern bei unserem Nähtreffen gut zugeredet, das Probekleid auch wirklich fertig zu nähen - bevor ich mit dem "richtigen" Kleid anfange. Ja, ich glaube auch, das würde sonst zum UFO. Außerdem sichert es mich ab, denn vielleicht lauern da ja noch unentdeckte Fehler?

Für mein Probemodell habe ich ein dunkelblaues Halbleinen verwendet, das ich noch in meinem Bestand gefunden habe. Ich weiß, diese Farbe fotografiert sich schlecht, aber ich hoffe, dass noch alles Wichtige erkennbar ist.

Sorry, ein wenig verknittert ...

Hinten sitzt das Kleid noch etwas auf - wird geändert.

Und nun noch einen Blick auf den Stoff für das endgültige Kleid:

Das Futter konnte ich gleich mitbestellen; es passt perfekt.


Das ist ein Viskose-Krepp mit 4% Elasthan, der just in dem Moment im Florence-Shop aufgetaucht ist, als ich auf Stoffsuche war. Man darf ja mal Glück haben. Ein tolles Stöffchen!

Jetzt verlinke ich meinen Post bei Monika, an deren Jil Sander Sew Along sich - leider - nur ein paar wenige Hobbynäherinnen beteiligen, aber vielleicht kommt ja noch etwas nach. Nach Laufstegmode kann man ja immer nähen.


Dienstag, 27. Februar 2018

Cardigan Refashion

Ich bin in den Besitz eines mittelgrauen Cashmere-Cardigans gelangt. Er sah tadellos und wie neu aus, war mir jedoch eine Nummer zu groß und ich mochte den halsnahen runden Ausschnitt nicht.
Was tun? Weggeben oder umarbeiten?
Ich habe mich für ein Refashion-Projekt entschieden.



Bei näherer Betrachtung fielen mir dann zwei kleine Löcher hinten und vorn auf Schulterhöhe auf. Das musste ich nun in meine Umarbeitungspläne mit einbeziehen. In meinen Restekisten habe ich einen farblich passenden, gemusterten Wollstoff gefunden, und zwar den Rest von dieser Wickeljacke. Übrigens habe ich schon einmal Reste von diesem Jackenstoff verwendet: für diesen Schal.
Um die Größe anzupassen habe ich zunächst den Cardigan an den Seitennähten auseinander geschnitten. Dann wurden die Ärmel abgetrennt und die Schulterpartie mit den Löchern habe ich so abgeschnitten, dass ich den gemusterten Stoff wie eine Passe mit vorgezogener Schulternaht ansetzen konnte. Noch ein wenig länger wäre schöner gewesen, aber dafür hat der Stoff nicht gereicht.
Die nächste Entscheidung galt dem Ausschnitt. Ich habe mich für ein V entschieden. Für den nötigen Besatz hat der abgeschnittene Cardigan-Rest ausgereicht. Den Besatz habe ich mit der Zwillingsnadel festgesteppt; das mache ich wann immer es möglich ist, denn schlecht sitzende oder herauskrabbelnde Besätze kann ich gar nicht leiden.



Noch ein wenig langweilig, nicht? Aber ich hatte ja immer noch kleine Reststücke vom Rosen-Stoff übrig. Also habe ich die Blüten ausgeschnitten (man erinnere sich an den Schal), auf der Rückseite mit leichter Vlieseline bebügelt und mit einem dünnen Wollfaden aufgenäht. Dabei habe ich Reste von meiner selbst gefärbten Wolle verwendet (siehe das kleine Knäuel im ersten Foto).
Voilà:



Nicht alle Rosen, die ich aus den letzten Resten ausgeschnitten habe, waren noch vollständig. Die angeschnittenen habe ich an Ränder gesetzt - so sieht das ganz gewollt aus. Auf der Rückseite der Jacke kommt der gemusterte Stoff besser zur Geltung:


Deshalb bedauere ich im Nachhinein, dass ich die Schulterlinie nicht noch mehr vorgezogen habe. Dann wäre die Passe zwar hinten kürzer geworden, aber das hätte ich verschmerzen können. Na ja, besser geht immer.
Genau genommen: Wenn ich am Anfang schon geplant hätte, die Rosenmotive aufzunähen, hätte ich damit natürlich auch die kleinen Löcher verdecken können ...

Gerade jetzt, an den so kalten Tagen, kommt mir diese Jacke gerade recht.

Mit etwas Verspätung verlinke ich diesen Beitrag bei Gustas Upcycling Linkparty.

Sonntag, 18. Februar 2018

Jil Sander Sew Along - Teil 2

Bevor ich mit meinem zweiten Beitrag zum Jil Sander Sew Along loslege, möchte ich mich bedanken: für die Kommentare und Mails, für die guten Tipps und fürs Mutmachen und überhaupt für das bekundete Interesse. Regina/Formspielerins Werke hat sich, wie ich an ihrem langen Kommentar erkennen konnte, soweit in das Kleid hineingedacht, dass sie es jetzt selbst auch nähen will. Ich finde das prima! Danke an alle - das gibt mir einen zusätzlichen Schub für mein kniffliges Projekt.

Das Kleid im Stil von Jil Sander, das ich mir ausgesucht habe, schaut man sich am besten in meinem ersten Beitrag an. Aus einer Mail von A. weiß ich nun, dass das Modell aus der Fall 2014 Ready to wear-Kollektion stammt. Sie hat mir auch einen Link zu einer weißen Version des Kleides (Look 10)  geschickt. Leserin M. hat mir geraten, es mit Drapieren zu versuchen; eine gute Idee, doch dafür waren meine Kenntnisse nicht ausreichend. Die Idee, dass das Vorderteil des Kleids aus einem Teil zugeschnitten sein soll, habe ich nicht technisch umsetzen können. Falls das funktionieren sollte, braucht man spätestens hier gute Drapier-Kenntnisse.

Also habe ich weiter herumprobiert. Ausgehend vom Schnittmuster eines Shiftkleids (schon einmal genäht und gut passend; hier gebloggt) habe ich mir mein neues Muster zusammengebastelt. Eine Weile habe ich geglaubt, es kann nicht funktionieren, die Längsnaht im hinten liegenden Faltenbruch verlaufen zu lassen. Doch, es geht. Die Verbindungsnaht endet genau am Nahtende: Stecknadel.



Am "Kreuzungspunkt" der oberen und unteren Falte wird das große Vorderteil am unteren Ende der Längsnaht eingeschnitten, damit man die Teile drehen kann um die Quernaht zu schließen.



Nachdem ich wusste, wie ich die Falten nähen wollte, habe ich nur grob den Bereich der Falte (Ich hatte schon zwei Fehlversuche und wollte nicht noch mehr Vlies investieren.) aus einem dünnen Vlies - Vlieseline L11 - zugeschnitten und genäht. Davon sind auch die Fotos. Alles klappt soweit; ich habe ein Vorderteil mit einer 5cm tiefen Falte, die auf Taillenhöhe die Richtung wechselt. Die Falte ist also überall gleich breit.



Was ich noch nicht weiß, ist, ob das Ganze ein tragbares Kleid wird. Wird die Falte im Stoff oben richtig liegen und unten gut fallen? Ob ich wohl den Brustabnäher auf der Seite der Falte auch weglassen kann (kleinere Oberweite)?

Als nächstes werde ich mir ein komplettes Schnittmuster zeichnen und ein Probemodell nähen. Dann habe ich auch die Chance festzustellen, wie elastisch der Stoff sein muss. Ein nicht elastischer Stoff ist, fürchte ich, nicht geeignet. Falls das doch ginge, wäre mir das nur recht, denn dann hätte ich evtl. etwas im Bestand.

Ich vermute, mein Entwurf ist weder der einzig mögliche noch der beste. Den Beweis erbringt Regina mit ihrer Version (siehe Link oben); sie hat wohl die Falte anders gelöst. Hier enden zunächst einmal meine Möglichkeiten. Wer Lust hat, noch weiter mit mir über das Kleid nachzudenken, ist natürlich mehr als willkommen.

Mit dem nächsten Post habe ich dann hoffentlich ein vorzeigbares Probemodell oder ich habe gemerkt, dass ich komplett auf dem Holzweg war.

Jetzt verlinke ich diesen Beitrag noch bei Monika vom Blog wollixundstoffix und danke nochmals für die Anregung.

Die Fortsetzung sollte in etwa 14 Tagen folgen. Dann erfragt Monika einen Zwischenstand und ab 25. März können die fertigen Jil Sander-Modelle präsentiert werden.

Samstag, 10. Februar 2018

Der Wintermantel

Alle paar Wochen treffe ich mich mit Roswitha (Blog: Blauraute) zum gemeinsamen Nähen. Dann wird ein Tag lang gerattert und geschnattert. Wir hatten uns einmal kennengelernt, als Roswitha einen Stoff aus meinem Flohmarktangebot gekauft hatte. Nachdem wir festgestellt hatten, dass wir ja gar nicht so weit voneinander entfernt wohnen, haben wir uns zum Nähen verabredet und dann schnell gemerkt, dass das mit uns beiden gut funktioniert: Wir sind etwa gleich alt, haben die gleiche Menge Näherfahrung und Schneiderwissen und eine ziemlich ähnliche Vorstellung davon, wie gut etwas genäht sein sollte/muss, wenn wir damit zufrieden sein wollen.

Bei einem dieser Näh-Treffen noch im alten Jahr haben wir uns gegenseitig gezeigt, welchen Wintermantel wir vorhatten zu nähen. Und siehe da - es war das selbe Modell: burdastyle 12-2010-120 . Was lag dann näher, als diese Mäntel gemeinsam zu nähen? Nun endlich, beim letzten Treffen vor ein paar Tagen, haben wir es geschafft, ein Foto von uns in den Mänteln zu machen.



Wir sind beide sehr zufrieden mit unseren jeweiligen Mänteln und haben sie schon oft getragen. Wir erwägen auch beide, dieses Schnittmuster gelegentlich noch einmal zu verwenden; es eignet sich auch gekürzt für eine Jacke und aus einem etwas dünneren Stoff.




Mittwoch, 7. Februar 2018

Me Made Mittwoch: grauer Wollrock

Alle Beitragenden zum MMM wissen es längst, viele Besucher ebenfalls, gelegentliche Leser bekommen es vielleicht erst nach und nach mit: Den Me Made Mittwoch gibt es jetzt nur noch monatlich, und zwar am ersten Mittwoch des Monats. Heute hier.

Dann hat man relativ viel Zeit zu überlegen, was man präsentieren möchte. Wenn ich mich richtig erinnere, war ursprünglich der Gedanke, dass man die Kleidung zeigt, die man an diesem Tag gerade trägt um zu dokumentieren, wie wir Hobbyschneiderinnen unsere selbst gemachte Kleidung in unseren Alltag integrieren und diese Stücke ganz selbstverständlich tragen. Inzwischen wird sehr viel  neu Genähtes präsentiert; ob das nun gerade an diesem Tag auch wirklich getragen wird, ist eher zweitrangig (und ohnehin nicht nachprüfbar).

Ich glaube, ich habe immer neu genähte Kleidungsstücke gezeigt; man will diese Teile sowieso posten und dann ist der MMM eine schöne Plattform. So halte ich es auch heute:


Es geht um den Rock, den ich kürzlich genäht habe; ein Burdamodell aus Heft 11-2017 Nr. 106 (Link zum Modell auf der Burdaseite).
Der Stoff, ein mittelgrauer, eher dünnerer Wollflanell von Pavani,  lang schon länger in meinem Schrank und er war auch mal für ein anderes Modell vorgesehen. Zu diesem Schnitt passt er perfekt. Im Original ist der Rock nicht gefüttert - das geht gar nicht. Ich habe natürlich ein Futter eingenäht und dafür die Schnittmusterteile des Vorderteils aneinandergelegt und somit auf die Teilungsnähte verzichtet. Positiv aufgefallen ist mir, dass der Fadenlauf des hinteren Rockteils nicht der hinteren Mitte entspricht. Das hatte bei mir den Vorteil, dass ich auf eine Hohlkreuzanpassung gänzlich verzichten konnte. Die vorderen Teilungsnähte sind bei mir auch ganz klassisch genäht und haben keine Zierstiche. Das erschien mir bei diesem Stoff unpassend.

Ich kann mir diesen Rock sehr gut aus einem leichten Wollwalk vorstellen, mit offenkantiger Verarbeitung der Teilungsnähte. Was ich im Gegensatz zum zweiten Modell im Burdaheft nicht machen würde, ist, Ripsbänder aufzunähen. Das macht das Vorderteil steif, was m.E. nicht gut zu diesem Rock passt. Als Schnitt für einen Sommerrock habe ich ihn jedoch schon in Erwägung gezogen. Er ist ja ganz schnell genäht. Vielleicht sollte man dann durchaus noch etwas Weite einfügen und verlängern.

Oben trage ich zum Rock ein ziemlich altes Wickel-Oberteil, von dem ich aber irgendwie nicht lassen möchte; es trägt sich so angenehm (Wollgespinst: wärmt ein wenig, aber nicht zuviel). Unten habe ich den Rock mit einem anderen Wickelteil kombiniert. Das Gittermuster hat die gleiche Farbe wie der Rock.


Fazit: Ein rundum empfehlenswerter Schnitt.